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Dipl.-Soz. Frank Adler (Meisterschüler des Großmeisters Lin)

Quellen und Geschichte des Dang Lang Tai Chi Chuan

Der Inhalt des folgenden Artikels entspricht dem Vortrag, der am 28. Juni 2008 zum Tai Chi Seminar in Lindow gehalten wurde.
Die hier vorgebrachten Informationen zum Tai Chi Stil der Gottesanbeterin werden als gegenwärtigen Stand der Kenntnisse angesehen. Deshalb wird nicht der Anspruch auf Endgültigkeit erhoben.

Dang Lang Tai Chi Chuan  entsteht aus:

Dang Lang Chuan und dem Wudang Tai Chi Chuan.

Doch hinter beiden Quellen unseres Tai Chi Stils steht das Tier, welches dem Stil seinen Namen verdankt:

Die Gottesanbeterin (Dang Lang)

Ist das nicht das Tier, bei dem die Weibchen ihre Männchen fressen? Ja – aber... .
Die Gottesanbeterin ist nicht das einzige Tier, wo sich die Funktion der Männchen mit der Begattung erfüllt hat, und diese dann eben gefressen werden. Es gibt einige Spinnenarten, bei dem dieser Vorgang auch zu beobachten ist. Und es sei hinzugefügt, dass dies bei der Gottesanbeterin nicht automatisch vonstatten gehen muss.  Aber es macht auf einen Tatbestand aufmerksam, der entscheidend ist für diesen Jäger.  Wir haben es hier mit einem Tier zu tun, dass auf alles reagiert, was sich bewegt.  Es ist leicht erregbar, sehr aggressiv und ein effektiver Jäger.
Dieser meist tagaktive Lauerjäger kann sich seiner Umwelt farblich perfekt anpassen. Charakteristisch für die Gottesanbeterin sind ihre messerscharfen dornenbewährten Fangbeine. Mit diesen kräftigen Fangbeinen wird die Beute blitzschnell gefangen und festgehalten. Durch die Dornen kann sich die Beute nicht mehr befreien. Sabald das Opfer gefangen ist, beginnt die Gottesanbeterin mit ihren starken Kiefern zu fressen, egal ob die Beute noch lebt oder nicht.  Den blitzschenellen Fangbeinen entgeht nichts – eine regelrechte „Fangmaschine“. Das hat Menschen dazu inspiriert, diese Bewegungen im Kampf nachzuahmen. Es gibt über 1500 verschiedene Arten. Die verschiedenen Arten der Gottesanbeterin werden 10 bis 160 mm groß.

Die Faszination der Gottesanbeterin bei den Menschen

Es scheint so, als ob die Gottesanbeterin von den Menschen schon seit langer Zeit bewundert wird. Das mag an ihrem bizarren Aussehen liegen aber gewiss auch an ihren hervorstechenden Bewegungen und Verhaltensweisen.

In Ägypten ist sie ca. 2220 v. Chr. schriftlich erwähnt.
Auf altgriechischen Gemmen (Schmuckstein) wurde sie bildlich festgehalten.
In einer altchinesischen Enzyklopädie aus dem Jahre 507 v. Chr. und in der chinesischen Dichtung wurde sie für ihren Mut und ihre Furchtlosigkeit verehrt.

So auch in der folgenden Legende von einem chinesischen Kaiser zur Zeit Der Qing-Dynastie. Jener Kaiser bemerkte auf einem Weg, den er mit seiner Armee entlang ritt, eine kleine Gottesanbeterin. Trotz der heranreitenden Pferde blieb das Insekt auf dem Weg. Sehr verwundert über dieses Verhalten, stieg der Kaiser vom Pferd ab, um sich dieses Insekt näher anzuschauen.  Als die Soldaten sich darüber amüsierten, dass der Kaiser sich mit einer kleinen Gottesanbeterin beschäftigte, erwiederte der Kaiser: „ So mutig und tapfer wie dieses Insekt wünsche ich mir jeden Einzelnen meiner Soldaten!“ Die Bewegungen der Mantis wurden studiert und zu einen Kampfstil für die Armee entwickelt.

Dang Lang Chuan – Die Kampfkunst der Gottesanbeterin

Der Kampfkunst der Gottesanbeterin ist weit verzweigt. Man unterscheidet den südlichen und den nördlichen Stil. Beide Richtungen haben sich unabhängig voneinander entwickelt.

Das Südliche Dang Lang Chuan ist heute weniger verbreitet. Der südliche Entwicklungsstrang des Mantis-Boxens wurde in der Provinz Kiangsi entwickelt. Dort befindet sich seit Chang Tao Ling (religiöses Oberhaupt) auch das Zentrum des Dauismus. Mit dieser Verbindung zum Dauismus entwickelte sich die weichere Variante des Dang Lang Chuan hier.

Die nördliche Ausrichtung der Kampfesweise nach den Bewegungen der Gottesanbeterin ist weitaus bekannter und erfolgreicher geworden.

Dass für die Art des Kämpfens ein Tier nachgeahmt wird, ist in der gesamten asiatischen Kampfkunstgeschichte typisch. Das Shaolin-Kung Fu ist vorherrschend geprägt von Tierstilen. Sie entstanden, weil man durch Nachahmung der Stärken derTiere sich einen Vorteil im Kampf erhoffte. Die Kraft und die Fähigkeiten des Kämpfens des Tigers beispielsweise sollten auf den Menschen übergehen.

Es ist ja weithin bekannt, dass auch das Tai Chi Chuan seine Inspiration zwei Tieren beim Kampf verdankt.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass die schon in der Geschichte der Menschheit hochverehrte Gottesanbeterin irgendwann einmal nachgeahmt wurde. Im 17. Jahrhundert zu Beginn der Qing-Dynastie (1644-1911) soll ein Shaolin-Mönch namens Wang Lang das nördliche Mantis-Boxen begründet haben. Die verschiedenen Quellen sind sich darin einig, dass Wang Lang am Anfang dieser Entwicklung steht. Aber wann Wang Lang gelebt hat, schon da variiren die Angaben. Es gibt natürlich auch verschiedene Versionen darüber, warum und wie sich Wang Lang inspirieren ließ.

Eine Legende sei hier kurz ausgeführt:

Wang Lang war im Kampf gegen einen Kung-Fu Bruder des Shaolin-Klosters unterlegen. Der ehrgeizige junge Mönch fand in den alten Techniken keine, die ihm hätte helfen können, seinen Bruder zu schlagen. Eines Tages beobachtete er, wie eine Gottesanbeterin gegen eine viel größere Zikade kämpfte. Er war sehr überrascht, wie schnell die Mantis mit ihren Fangarmen die Zikade überwältigte und ebenso schnell verspeiste. Fasziniert von diesem Ereignis fing er die Gottesanbeterin und studierte ihr Kampfverhalten. Daraus entwickelte er eigene Techniken, die ihn dann gegenüber seinen Kloster-Bruder zum Sieg verhalfen.

Großmeister Lin aus Vietnam, der selber Dang Lang Chuan Kenner ist, sagte, dass diese Kampfkunst sehr erfolgreich gewesen ist in der Qing-Dynastie. Sie wurde als kulturellen Schatz Chinas angesehen und war die Kampfkunst der chinesischen Armee. Dabei verdrängte sie alle anderen Kampfkünste.

Betrachtet man die einzelnen Daten im Zusammenhang, fällt auf, dass diese Kampfkunst frühestens im 17. Jahrhundert entwickelt wurde und relativ schnell ausgereift war, sonst hätte sie nicht andere Kampfkünste verdrängen können und die auserwählte Kampfkunst für die chinesische Armee werden können. Es liegt daher nahe, dass sowohl die Legende mit dem Chinesischen Kaiser und seiner Begegnung mit der Gottesanbeterin als auch die Lebensdaten des Wang Lang früheren Datums sein müssen. Selbst wenn ein Kaiser befielt, dass Kampf-Techniken nach Bewegungen der Mantis entwickelt werden und per Befehl diese dann die Kampfkunst wird, ist es nicht sicher, dass sie auch die effektivste im Kampf sein muss. Vielmehr lässt sich vermuten, dass sie schon vorher entwickelt wurde und ihre Reife schon in hunderten von Kämpfen bewiesen hat und erst dann zur „Königs-Kampfkunst“ erhoben wird.

Folgende Ausführungen könnten somit eher stimmen: Milbradt führt aus, dass schon mehrere Jahrhunderte vor der Zeitrechnung sich ein König des damaligen Qi Staates mit einer Mantis beschäftigte. Dieser König lies sogar Waffen bauen, die den Fangarmen der Gottesanbeterin ähnelten. Milbradt hat im Dalian Forschungs-Center für Tang Lang Studien/China gefunden, dass Wang Lang im 10. Jahrhundert gelebt haben soll.



Meihua Dang Lang Chuan – Pflaumenblüten Gottesanbeterin Boxen
Qixing Dang Lang Chuan - Sieben-Sterne Gottesanbeterin Boxen
Liuhe Dang Lang Chuan - 6-Harmonien Gottesanbeterin Boxen
(dieser Stil ähnelt dem Tai Chi Chuan)

Einige charakteristische Merkmale des nördlichen Dang Lang Chuan

Der Angriff erfolgt meistens auf empfindliche Nervenpunkte des Körpers.

Der Kampf wird auf weite Distanz geführt. Zur Anwendung kommen typische Hakentechniken der Mantis, die sehr schnell mit den Händen ausgeführt werden.

Beim Kampf wird immer versucht, den Gegner mit blitzschnellen Greif- und Hakentechniken zu kontrollieren, und ihm harte Schläge zu versetzen. Dabei gibt es ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen kreisenden und geraden Bewegungen. Ein anderes wichtiges Merkmal ist der gleichzeitige Block und Schlag, was sehr praktikabel ist in Bezug auf realistische Selbstverteidigung.
Die Beinarbeit stammt vom Affen ab.

Die zweite Quelle unseres Stils: Wudang Tai Chi Chuan

Großmeister Lin bezeichnet den zweiten Herkunftsstrang absichtlich mit Wudang Tai Chi Chuan. Damit meint er nicht den heute kaum verbreiteten Wudang Tai Chi Stil. Dang Lang Tai Chi Chuan fühlt sich der langen Tradition des Tai Chi's im allgemeinen Sinn verpflichtet, die im Wudang Gebirge mit Shang Sanfeng (12./13. Jh.) ihren Anfang nahm. Das Wudang-Gebirge ist das heilige Gebirge des Daoismus. Dieses Gebirge hat eine Fläche von etwa 160000 km²(DDR-Fläche 108000 km²). Hier wurden vor allem in der Ming-Dynastie (1368-1644) mehr als 70 Tempel und Altäre gebaut. Tai Chi Interessierte wissen, welche Probleme sich auftun, möchte man den historischen Verlauf des Tai Chi nachvollziehen. In der deutschen Tai Chi Literatur kennt man den Anfang mit Shang Sanfeng (12./13. Jh.). Für die Zeit danach gibt es keine gesicherten Überlieferungen. Erst mit dem 17. Jahrhundert wird die Geschichte der Chen-Familie erzählt. Mit ihr wird die Quelle für weitere, heute weit verbreitete Stile begründet. Dieser Strang gilt als bedeutend, ist aber nicht der Einzige. Es lässt sich aus dieser Entwicklungslinie nicht postulieren, dass der Chen-Stil die Quelle aller Tai Chi Stile ist, was gerne von Anhängern dieses Stiles so gesehen wird.

Großmeister Lin zeigte mir aus einem vietnamesischen Tai Chi Buch folgende interessante Notiz:
Etwa 100 Jahre nach Shang Sanfeng gab es einen Herrn Voung Tong. Er ist die Quelle von 5 verschiedenen Stilen.

Trang Chau Dong (Nord Tai Chi)

Truong Tong Khe

Tu Minl Diep (Süd Tai Chi)

Tuong Phat

Familie Tran (Chen-Familie)

Es gibt heute sehr viele verschiedene Tai Chi Stile. Schaut man in das „Lexikon der Kampfkünste“ (Sportverlag Berlin 2001) lassen sich ohne Mühe einige finden: Yue-Stil, Zhang-Stil, Zhao-Stil, Lee-Stil u.a..
Einen Entwicklungszusammenhang zum Chen-Stil läßt sich nicht nachweisen.

Warum entstand unser Tai Chi Stil aus einer sehr harten Kampfkunst und dem weichen Tai Chi? I

Großmeister Lin sagt: „Dang Lang Chuan ist eine sehr harte und aggressive Kampf-kunst.“ Nicht umsonst ist sie für eine Armee als Kampfmethode gewählt worden.

Bei der Armee wurde vor allem die Kampffähigkeit in den Vordergrund gestellt und nicht die Gesundheit. Darunter litt der gesundheitliche Zustand vieler Meister. Selbst in Zeiten, in denen das Einüben der harten Bewegungsabläufe nicht zum Kämfen in der Armee dient, kann der Verschleiß der Gelenke ein Ergebnis sein. Milbradt erwähnt, dass das Üben von Dang Lang Chuan ein Aufsteigen der inneren Energie bewirke, was den Blutdruck hochtreibe und die Person eher unruhig bis aggressiv machen könne.

Großmeister Lin betont, dass man zu dem Harten einen weichen Gegenpol schaffen wollte. Das wäre der Hauptgrund gewesen, warum das Dang Lan Chuan mit dem Tai Chi verbunden wurde. Durch die weichen Bewegungen des Tai Chi hatte man einen wichtigen Gesundheitsaspekt in die Bewegung einfließen lassen. Mit den ruhigen fließenden Bewegungen, die eine Harmonisierung der Seele und des Geistes bewirken, wird auch der Blutdruck gesenkt. Letztendlich wurden die Figuren der Kampfkunst der Gottesanbeterin mit den Vorstellungen des Tai Chi als weicher meditativer Bewegungskunst verbunden. Diese interessante Entwicklung ist nicht losgelöst vom Werdegang innerhalb des Tai Chi Chuan als Kampfkunst zu sehen. Darauf werde ich später zurückkommen.

Die Geschichte des Dang Lang Tai Chi Chuan

Die Begründung des Tai Chi Stils der Gottesanbeterin ist eng mit der Familie Trieu verbunden. Der Urahne ist Trieu Thian Chan. Er lebte in China. Der neue Stil war eine Mischung aus Mei Hua Dang Lang Chuan, dem 7-Sterne Dang Lang Chuan und der Tai Chi Tradition, wie oben beschrieben. Sein Vermächtnis wurde dann von seinem Enkel Trieu Thuc Khe weitergetragen. Er emigrierte in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Vietnam. Ab den frühen 60er Jahren lebte er in Hongkong. Trieu Thuc Khe hatte 12 Schüler. Einer von diesen hieß Diep Quoc Luong. Er war der Meister von Lam Tien Dat, alias Großmeister Lin. Der Sohn von Diep Quoc Luong und Lam waren in einer gemeinsamen Trainingsgruppe. Somit stellt Großmeister Lin erst die 4. Generation dieses noch jungen Stils dar.  Wenn man für jede Generation (3 Generationen und die Tatsache, dass erst der Enkel den Stil weiterführte) 25-30 Jahre ansetzt, und in Betracht zieht, dass dieser neue Stil nicht zu den ersten Formen zählte, die dann jeweils vermittelt wurden (Weitergabe von Geheimnissen etc.), dann ist der Stil in etwa um 1905-1915 entwickelt worden.  Das lässt die Vermutung zu, dass das in etwa die Zeit war, in der das weiche, meditative Tai Chi Chuan von Yang Chengfu (Yang-Stil) und Wu Jianquan (Wu-Stil) in Peking und Shanghei begründet wurde. - Eine erstaunliche Parallele.

Die heutige Verbreitung des Stils ist fast auf den asiatischen Raum begrenzt geblieben. Vietnam, Hongkong, Singapur, Südkorea. Ausnahmen sind nur Meister Lin und einer seiner Trainingskameraden, die das Dang Lang Tai Chi Chuan über diese Grenzen hinaus nach Deutschland bzw. Kanada geführt haben. Die Stile des Tai Chi Chuan tragen den Namen der Familien, die diesen Stil hervorge-bracht haben. Die Frage, warum dieser Stil nicht Trieu-Stil heißt, ist also berechtigt. Großmeister Lin bemerkte dazu, dass der Begründer der Meinung gewesen wäre, dass der ganze Charakter des Stils von der Gottesanbeterin her geprägt sei. Dagegen hätte der Name der eigenen Familie zurückzustehen.

Eine sehr sympathische und bescheidene Einstellung.

Warum entstand unser Tai Chi Stil aus einer sehr harten Kampfkunst und dem weichen Tai Chi? II

Schon oben habe ich erwähnt, dass u.a. gesundheitliche Aspekte für die Entstehung des Dang Lang Tai Chi Stiles mit verantwortlich waren. Es ist nicht auszuschließen, dass gesellschaftliche Ereignisse in China dabei auch eine Rolle spielten. Der Opiumkrieg (um 1840) war ein Ergebnis des massenhaften Mißbrauchs des Opiums in der Bevölkerung. Der Kaiser wollte dies unterbinden und ließ britisches Opium verbrennen und provozierte damit die britische Imperialmacht. Der Ausgang des Opiumkrieges änderte nichts an dem Opium-Handel der Briten mit den Lokalfürsten und somit an dem krankmachenden Konsum des Opiums innerhalb der Bevölkerung.

Im Boxeraufstand 1900 kämpften die Meister mit ihren traditionellen Mitteln und hatten gegen Gewehre und Kanonen der europäischen Mächte keine Chance.  Die traditionellen Kampfkünste waren als Hauptinstrument von Armeen in kriegerischen Auseinandersetzungen nicht mehr zeitgemäß. Das mussten die Meister erkennen. Kampfkunst als Kriegshandwerk war in eine Sackgasse geraten. Könnte dies traditionelle Kulturgut in der Art verändert werden, dass es anderen Zwecken dient? Zeigten die vielen kranken Menschen nicht die neue Perspektive auf? Könnte man die Bewegungen der Kampfkunst nicht so verändern, dass sie die Menschen wieder gesund macht?

Beide einschneidenden Ereignisse mögen beim Entwickeln des Tai Chi Chuan zu einer meditativ orientierten Bewegungsweise, die die Erlangnung bzw. die Erhaltung seelisch-geistiger und körperlicher Gesundheit zum Hauptschwerpunkt erhebt, in den Hinterköpfen einiger Meister gewesen sein. Für diesen Wandel stehen die zwei Großmeister Yang Chengfu und Wu Jianquan. Etwa zur selben Zeit oder durch diese Beiden inspiriert, entwickelte Trieu Thian Chan den Stil des Dang Lang Tai Chi Chuan.

Verständnis und Einordnung des Dang Lang Tai Chi Chuan

Um es noch einmal deutlich zu betonen, den Stil Dang Lang Tai Chi Chuan gibt es in Deutschland nur mit den Großmeister Lin. Es ist ein Tai Chi Stil. Im Lexikon der Kampfkünste auf Seite 595 (siehe oben) findet man den Begriff Taiji Tanglangquan, oder Taiji Meihua Tanglangquan. In einem Artikel von Milbradt im Budo International wird von Taiji Tanglangquan geschrieben und, dass dieser Stil zu 10% der Kungfu Schulen in Südkorea betrieben wird. In Saarbrücken lehrt der Südkoreaner Choi, Chae-Gyn diesen Stil. Wenn man im Internet nach Tai Chi und Dang Lang oder Tang Lang recherchiert, wird man auch Schulen mit der Stilbezeichnung Taiji Meihua Tanglangquan finden. Allen ist gemeinsam, dass sie Kungfu betreiben. Dass betont auch Milbradt, der formuliert, dass es zwei verschiedene Wege gibt, Kampfkunst zu betreiben. Sogenannte „Äußere Schulen“ würden innere Aspekte schulen, wie „Innere Schulen“ auch äußere Methoden erlernen können. Beim Meihua würde das Taiji-Prinzip mit der Yin/Yang Konzeption Anwendung finden. Deshalb auch das Taiji im Namen. Aber es bleibt eine äußere Kampfkunst.

Großmeister Lin richtet seine Tai Chi Ausbildung vor allem auf den Aspekt der Gesundheiterhaltung aus. Einige Schüler führt er in die Bereiche Selbstverteidigung, oder in die „äußeren Aspekte“ ein.

Letztendlich ist in unserer Stilbezeichnung eine Abgrenzung zu den Kungfu-Stilen zu erkennen. Unser Stil ist ein Stil des Tai Chi Chuan, dessen Bewegungen von der Gottesanbeterin stammen. So wie es den Yang Tai Chi Stil gibt, so eben auch den Dang Lang Tai Chi Stil.

Noch kurz möchte ich auf den Artikel im wikipedia eingehen. Folgende Behauptungen entstanden aus Unkenntnis unseres Stils. Dang Lang Tai Chi Chuan hat weder etwas mit dem Yang-Stil zu tun, noch ist es Teil des größeren Systems Viet ki do.

Unser Stil ist kein „Äußerer Stil“.

Wohl könnte man behaupten, dass Dang Lang Tai Chi Chuan eine Mischung aus den „Äußeren Schulen“ (Dang Lang Chuan) und aus den „Inneren Schulen“ (Tai Chi Chuan) ist, wobei wie oben betont, die Ausrichtung auf meditativer Bewegungskunst liegt.

Quellen:

Großmeister Lin, Gerhard Milbrat , Meister Sascha Hammel (Shaolin Tempel e.V.), Martin Bödicker/Armin Sievers